Blick von unten in die runde Deckenöffnung einer gewendelten Holztreppe

Raumspartreppe gestalten: Auftritt, Laufweg und Sicherheit abstimmen

Laufweg und Sicherheit bei Raumspartreppen richtig entscheiden

Eine Raumspartreppe wirkt auf den ersten Blick ungewohnt. Die Stufen sind abwechselnd links und rechts ausgeschnitten, sodass der Lauf wie ein Kamm aussieht. Diese Form ist kein gestalterischer Einfall, sondern das Ergebnis der Geometrie, die den kurzen Grundriss möglich macht.

Wie angenehm sich das Ergebnis später begehen lässt, entscheidet sich an wenigen Zentimetern. Auftrittstiefe, Stufenversatz und die Lage des Handlaufs greifen ineinander. Wer hier sauber plant, bekommt eine Treppe, die sich nach kurzer Gewöhnung selbstverständlich anfühlt.

Versetzte Trittstufen richtig anordnen

Jede zweite Stufe trägt nur den linken, die dazwischen nur den rechten Fuß. Der ausgeschnittene Teil schafft Platz für die darüberliegende Stufe. Dadurch lässt sich die nutzbare Auftrittstiefe fast verdoppeln, obwohl der Abstand zur nächsten Stufe klein bleibt.

Die Breite des schmalen Stufenteils sollte trotzdem nicht zu knapp ausfallen. Bleibt dort zu wenig Material, sucht der Fuß beim Abstieg Halt und findet Luft. Wir halten den schmalen Bereich so breit, dass auch ein Schuh mit breiter Sohle sicher aufsetzt.

Der Wechselschritt und der erste Fuß

Beim Wechselschritt muss man mit dem passenden Fuß antreten, sonst stimmt der Rhythmus nicht und man landet mit dem falschen Bein auf dem ausgeschnittenen Teil. Welcher Fuß das ist, legt die Anordnung der untersten Stufe fest, und die wird bei der Planung bewusst gewählt.

Meist orientiert sich der Antritt an der Richtung, aus der man kommt. Führt der Weg aus dem Flur von links heran, beginnt der Lauf sinnvollerweise mit der linken Trittfläche. Nach wenigen Tagen läuft der Rhythmus automatisch, ohne dass man auf die Stufen schauen muss.

Handlauf und Geländer am steilen Lauf

Wegen der größeren Steigung übernimmt der Handlauf mehr Aufgaben als bei einer flachen Treppe. Er sollte durchgehend verlaufen, gut in der Hand liegen und vor der ersten sowie nach der letzten Stufe noch ein Stück weitergeführt werden, damit man ihn früh greift.

Das Geländer schließt die offene Seite. Senkrechte Stäbe mit engem Abstand sind in Haushalten mit kleinen Kindern die ruhigere Lösung als waagerechte Seile, die zum Klettern einladen. Auf der Wandseite genügt häufig ein zweiter Handlauf, der den Abstieg deutlich sicherer macht.

Laufbreite, Austritt und freier Bewegungsraum

Die Laufbreite bestimmt, wie frei man sich bewegt. Unter etwa siebzig Zentimetern wird es eng, sobald man etwas trägt. Am oberen Ende braucht es zudem eine ausreichende Austrittsfläche, damit man nicht direkt von der letzten Stufe in eine Tür oder Schräge tritt.

Auch der Antritt verdient Aufmerksamkeit. Steht direkt davor ein Schrank oder öffnet eine Tür in den Bewegungsraum hinein, wird der erste Schritt unruhig. Ein freier Bereich von rund einem Meter vor der untersten Stufe reicht in den meisten Grundrissen aus.

Offene Wangen und sichtbare Konstruktion

Weil die Konstruktion offen liegt, wird jede Verbindung sichtbar. Wangen aus massiver Buche oder Esche zeigen ihre Maserung, Stahlholme wirken zurückhaltender. Beide Varianten lassen sich so ausführen, dass Stufen und Tragkonstruktion als ein zusammenhängendes Bauteil gelesen werden.

Farbe und Oberfläche beeinflussen die Wahrnehmung der Stufen. Ein heller Auftritt auf dunkler Wange zeichnet die Kanten deutlich nach und hilft beim Abstieg. Sehr einheitliche Töne sehen ruhig aus, lassen die Stufenfolge bei schwachem Licht aber verschwimmen.

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