Ratgeber · Treppensanierung

Erneuern oder neu bauen, was ist am Ende günstiger

Die Frage lässt sich nicht pauschal beantworten, aber sie lässt sich eingrenzen. Entscheidend sind drei Dinge – der Zustand der Konstruktion, der Umfang der sichtbaren Teile und ob sich am Grundriss etwas ändern soll.

Fast jeder, der uns anruft, hat diese Frage im Kopf. Meistens steckt dahinter die Sorge, in eine alte Treppe Geld zu stecken, das man besser in eine neue gelegt hätte.

Was bei einer Erneuerung bezahlt wird

Bei einer Erneuerung bleibt die Konstruktion stehen. Bezahlt werden die sichtbaren Teile, also Trittstufen, gegebenenfalls Setzstufen, die Aufarbeitung der Wangen und der Handlauf.

Dazu kommt die Arbeit vor Ort. Abtragen des alten Belags, Ausgleichen, Montieren, Nacharbeiten. Das ist der größere Posten, weil es Handarbeit im bewohnten Haus ist.

Was dabei entfällt

Kein Rückbau der Konstruktion, kein Abtransport einer kompletten Treppe, keine Arbeiten an der Deckenöffnung, keine Statik. Das sind die Posten, die einen Neubau im Bestand teuer machen.

Was ein Neubau zusätzlich kostet

Beim Austausch kommt zum Material der ganze Umbau dazu. Die alte Treppe muss raus und entsorgt werden, und solange sie draußen ist, braucht das Haus eine Behelfslösung.

Oft kommt mehr dazu, als man zunächst denkt. Wo die alte Treppe stand, sind Wand und Boden unbehandelt. Putz, Farbe und Bodenanschluss gehören zum Umbau, auch wenn sie nicht auf unserer Rechnung stehen.

  • Rückbau und Entsorgung der alten Treppe
  • Behelfstreppe für die Zwischenzeit
  • Putz- und Malerarbeiten an Anschlussstellen
  • Gegebenenfalls Statiker für die Deckenöffnung
  • Längere Bauzeit im bewohnten Haus

Treppe im Wohnhaus mit erneuerten Stufen

Die Schwelle, ab der sich das dreht

Solange die Konstruktion fest steht und die Steigung stimmt, ist die Erneuerung fast immer der günstigere Weg. Das ist der häufigste Fall.

Die Frage ist selten, was eine neue Treppe kostet, sondern ob die alte noch trägt.

Die Rechnung dreht sich, wenn die Konstruktion arbeitet, wenn Wangen gerissen sind oder wenn die Treppe von Anfang an unangenehm steil war. Dann wird aus der Erneuerung eine Zwischenlösung, und man zahlt zweimal.

Sie dreht sich ebenfalls, wenn sich der Grundriss ändern soll. Wer die Treppe ohnehin versetzt, braucht keine Erneuerung der alten.

Was oft übersehen wird

Die Lebensdauer wird meist zugunsten des Neubaus verzerrt eingeschätzt. Eine gut erneuerte Treppe hält wieder zwanzig Jahre. Das ist nicht deutlich weniger als eine neue, weil auch deren Oberfläche irgendwann dran ist.

Übersehen wird auch der Zeitfaktor. Eine Erneuerung dauert ein bis zwei Tage je Lauf, ein Austausch mit allen Folgearbeiten eher ein bis zwei Wochen, bis alles wieder sauber ist.

Wie wir das für Sie rechnen

Wir sehen uns die Treppe an und sagen Ihnen, welcher Fall vorliegt. Bei den Grenzfällen bekommen Sie beide Wege gerechnet, mit denselben Annahmen für Material und Oberfläche.

Was wir nicht machen, ist den größeren Auftrag zu empfehlen, weil er der größere ist. Eine Erneuerung, die trägt, bringt uns den nächsten Kunden über Empfehlung. Ein Neubau, den niemand gebraucht hätte, bringt das Gegenteil.

Was in keinem Angebot steht

Es gibt einen Posten, den beide Wege haben und den niemand gern aufschreibt – die Störung im Haushalt. Bei einer Erneuerung ist das ein bis zwei Tage Lärm und Staub. Bei einem Austausch sind es ein bis zwei Wochen, in denen das Treppenhaus Baustelle ist.

Wer kleine Kinder hat, im Homeoffice arbeitet oder Pflege im Haus organisiert, sollte das in die Rechnung aufnehmen. Es taucht in keinem Angebot auf und entscheidet trotzdem oft die Frage.

Umgekehrt gibt es Situationen, in denen gerade das für den Austausch spricht. Wenn ohnehin saniert wird und das Haus für Wochen leer steht, ist der Aufwand kein Argument mehr.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Treppensanierung.

Treppenhaus nach der Sanierung

Kurz zusammengefasst

Was bei einer Erneuerung bezahlt wirdBei einer Erneuerung bleibt die Konstruktion stehen.
Was ein Neubau zusätzlich kostetBeim Austausch kommt zum Material der ganze Umbau dazu.
Die Schwelle, ab der sich das drehtSolange die Konstruktion fest steht und die Steigung stimmt, ist die Erneuerung fast immer der günstigere Weg.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Erneuerung bei einer dreißig Jahre alten Treppe

Meistens ja. Entscheidend ist nicht das Alter, sondern ob die Konstruktion fest steht und ob die Stufen stark genug sind, um abgetragen zu werden. Beides sehen wir beim Termin in wenigen Minuten.

Kann man die Entscheidung aufschieben

Bei reinem Oberflächenverschleiß ja, da passiert nichts Schlimmes. Bewegt sich die Treppe dagegen oder gibt eine Stufe nach, sollte das nicht warten. Das ist dann kein Komfort- sondern ein Sicherheitsthema.

Ist eine erneuerte Treppe beim Hausverkauf weniger wert

Das sehen wir in der Praxis nicht. Käufer achten darauf, ob die Treppe sicher und gepflegt wirkt. Ob die Konstruktion zwanzig Jahre alt ist, fällt bei einer sauber erneuerten Oberfläche niemandem auf.

Bekomme ich beide Varianten als Angebot

Ja, bei Grenzfällen immer. Dann stehen beide Wege mit denselben Annahmen nebeneinander, und Sie sehen, wo der Unterschied tatsächlich liegt.

Ratgeber zu diesem Thema

Drei Beiträge, die einzelne Punkte ausführlicher behandeln.

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Wir sehen uns die Treppe an und rechnen beide Varianten.