Ratgeber · Treppensanierung
Muss es immer der ganze Lauf sein
Oft ist nur eine Handvoll Stufen wirklich abgelaufen. Ob der Tausch einzelner Stufen reicht, hängt weniger am Zustand als daran, ob das Ergebnis danach noch zusammenpasst.
Eine Treppe nutzt sich nicht gleichmäßig ab. Die unteren Stufen sehen nach fünfzehn Jahren anders aus als die oberen, und die mittleren haben am meisten abbekommen.
Wo der Verschleiß wirklich sitzt
Wer eine Treppe hinaufgeht, tritt nicht mittig auf jede Stufe. Der Weg verläuft in einer Linie, die bei geraden Läufen in der Mitte liegt und bei gewendelten nach außen wandert. Dort sitzt der Verschleiß.
Die ersten Stufen leiden am meisten
Am Antritt wird gebremst und beschleunigt, oft mit Straßenschuhen. Deshalb sind die untersten drei bis vier Stufen fast immer am weitesten. Weiter oben wird der Schritt gleichmäßiger und der Abrieb geringer.
Bei gewendelten Läufen kommt dazu, dass die schmale Innenseite kaum betreten wird, während die Außenseite alles abbekommt. Eine solche Stufe ist auf einer Hälfte wie neu und auf der anderen durch.
Was sich im Holz abspielt
Abrieb trägt nicht nur die Oberflächenbehandlung ab, sondern verdichtet das Holz darunter. Deshalb wird eine abgelaufene Stelle nicht nur matt, sondern auch glatter als der Rest. Genau das macht sie im Winter mit nassen Sohlen rutschig.
Wann einzelne Stufen reichen
Der Tausch einzelner Stufen ist sinnvoll, wenn der Rest des Laufes noch gut ist und die betroffenen Stellen klar abgegrenzt sind. Drei durchgelaufene Stufen unten bei zwölf insgesamt sind so ein Fall.
Er ist nicht sinnvoll, wenn die Hälfte des Laufes Spuren zeigt. Dann ist der Aufwand für den Tausch fast derselbe wie für die ganze Fläche, und das Ergebnis bleibt uneinheitlich.
- Weniger als ein Drittel der Stufen betroffen
- Die übrigen Stufen zeigen kaum Abrieb
- Die Bauart lässt den Ausbau einzelner Stufen zu
- Das Holz ist noch im Handel verfügbar
Das Problem mit der Farbe
Hier liegt der eigentliche Haken. Holz verändert sich unter Licht, und zwar über Jahre. Eine neue Stufe aus demselben Holz hat nie denselben Ton wie eine, die seit fünfzehn Jahren im Treppenhaus liegt.
Die neue Stufe passt am Tag der Montage am schlechtesten und wird danach jedes Jahr besser.
Bei Eiche gleicht sich das über ein bis zwei Jahre weitgehend an, bei Buche dauert es länger und bleibt sichtbarer. Wer damit nicht leben möchte, sollte den ganzen Lauf machen lassen.
Es gibt einen Mittelweg. Man tauscht die betroffenen Stufen und zieht anschließend alle ab, auch die alten. Dann sind alle Flächen frisch und altern gemeinsam weiter.
Wie ein Stufentausch abläuft
Bei einer Wangentreppe lässt sich die Stufe meist von oben lösen, nachdem die Befestigung freigelegt wurde. Bei eingestemmten Stufen ist der Aufwand höher, weil die Wange mitarbeitet.
Deshalb schauen wir beim Termin zuerst auf die Bauart und erst danach auf den Zustand. Welche Variante vorliegt, entscheidet darüber, ob der Tausch eine halbe Stunde oder einen halben Tag je Stufe bedeutet.
Die neue Stufe wird nach dem Maß der alten gefertigt, nicht nach Norm. In einem gewachsenen Lauf hat jede Stufe ihr eigenes Maß, und das soll auch so bleiben.
Was danach anders aussieht
Gleich nach der Montage sieht man die neuen Stufen. Das ist unvermeidlich und sollte vorher klar sein, sonst entsteht am Abnahmetag Enttäuschung.
Nach zwei Jahren fällt es den meisten nicht mehr auf. Wer es von Anfang an einheitlich will, nimmt den Mittelweg mit dem gemeinsamen Abzug aller Stufen.
Was Sie vor dem Termin klären können
Zwei Angaben helfen uns am Telefon schon weiter. Welche Stufen betroffen sind, von unten gezählt, und ob die Treppe seitlich in Wangen liegt oder auf einer Mittelwange sitzt.
Mit beidem lässt sich einschätzen, ob der Tausch ein kurzer Termin wird oder ein halber Tag. Für die verbindliche Aussage müssen wir die Befestigung sehen, aber die Richtung steht damit schon fest.
Fotografieren Sie die Treppe von unten mit, falls möglich. Dort sieht man die Konstruktion, und genau sie entscheidet über den Aufwand.
Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Treppensanierung.

Kurz zusammengefasst
Häufige Fragen
Kann man einzelne Stufen selbst tauschen
Vom Ausbau raten wir ab. Stufen sind in den meisten Bauarten tragender Teil der Konstruktion, und eine falsch gelöste Befestigung schwächt die Wange. Dazu kommt, dass die neue Stufe nach dem alten Maß gefertigt werden muss und nicht nach Standard.
Bekommt man dasselbe Holz noch
Bei Eiche, Buche und Esche fast immer. Schwieriger wird es bei Sonderhölzern oder bei Treppen, deren Stufen aus einer bestimmten Serie stammen. Dann wählen wir die nächstliegende Art und gleichen über die Oberfläche an.
Wie lange dauert der Tausch
Für eine einzelne Stufe rechnen wir je nach Bauart zwischen einer halben Stunde und einem halben Tag. Drei bis vier Stufen an einem Termin sind der Normalfall, danach ist die Treppe wieder voll benutzbar.
Was kostet das im Vergleich zur ganzen Fläche
Bei wenigen Stufen deutlich weniger. Ab etwa einem Drittel des Laufes kippt die Rechnung, weil Anfahrt, Einrichtung und Nacharbeit dieselben bleiben. Wir rechnen Ihnen beide Wege aus, bevor Sie entscheiden.
Ratgeber zu diesem Thema
Drei Beiträge, die einzelne Punkte ausführlicher behandeln.
Sanierung oder NeubauWoran sich entscheidet, ob eine Erneuerung oder ein Austausch günstiger ist.Weiterlesen →
Oberflächen, NachbehandlungWas nach der Erneuerung noch kommt und wann die Treppe belastbar ist.Weiterlesen →
Griffhöhe, BefestigungsgrundAuf welcher Höhe der Handlauf sitzt und was die Wand dahinter tragen muss.Weiterlesen →Wir sehen uns an, ob der Tausch reicht oder die Fläche drankommt.
