Ratgeber · Objekttreppe

Wie viele Schritte eine Treppe im Jahr aushält

Im Büro, in der Praxis oder im Mehrfamilienhaus läuft eine Treppe ein Vielfaches dessen, was sie im Einfamilienhaus leistet. Das Material muss das abbilden.

Verschleiß an einer Treppe ist eine Frage der Zahl der Begehungen, nicht des Alters. Zwischen einem Einfamilienhaus mit vier Bewohnern und einem Bürogebäude mit achtzig Beschäftigten liegt in der Nutzung ein Faktor von mehreren Zehnerpotenzen. Material, Oberfläche und Kantenausbildung müssen darauf abgestimmt sein.

Was Nutzung in Zahlen bedeutet

In einem Einfamilienhaus wird eine Treppe je nach Grundriss einige Dutzend Mal am Tag begangen. In einem Bürogebäude mit mehreren Etagen sind es schnell einige Hundert, in einem Mehrfamilienhaus mit sechs Parteien ebenfalls. Über ein Jahr summiert sich das zu einem deutlich anderen Wert.

Hinzu kommt, dass im Objekt häufiger Straßenschuhe getragen werden und mehr Schmutz eingetragen wird. Sand und feiner Splitt wirken auf einer Oberfläche wie Schleifpapier, und das ist der Mechanismus, der eine Beschichtung wirklich abträgt.

Wo der Verschleiß zuerst sichtbar wird

Zuerst leidet die vordere Hälfte der Trittstufe, und zwar in der Mitte, wo die meisten Menschen auftreten. Die Ränder bleiben lange unberührt, weshalb eine stark genutzte Treppe im Querschnitt eine sichtbare Mulde bekommt, bevor überhaupt jemand von Abnutzung spricht.

Die zweite Stelle ist die Stufenvorderkante. Sie bekommt beim Hochgehen den Anstoß der Schuhspitze ab und beim Hinuntergehen die Kante der Sohle. Rundungen werden dort flacher, und scharfe Kanten splittern aus.

Treppenlauf in einem Gewerbeobjekt

Material und Oberfläche

Für stark genutzte Treppen kommen harte Holzarten in Frage, weil die Oberfläche länger glatt bleibt. Die Härte allein entscheidet aber nicht. Mindestens ebenso wichtig ist, ob sich die Oberfläche partiell nachbearbeiten lässt, ohne dass die gesamte Stufe aussieht wie neu neben alt.

Geölte Oberflächen lassen sich stellenweise auffrischen und haben darin einen klaren Vorteil. Lackierte Oberflächen sind anfangs widerstandsfähiger, zeigen aber einen deutlichen Übergang, sobald sie durchgelaufen sind, und müssen dann im ganzen Lauf erneuert werden.

Im Objekt spielt zusätzlich die Rutschhemmung eine Rolle, vor allem in Bereichen, die von außen betreten werden. Welche Anforderung konkret gilt, hängt von der Nutzung des Gebäudes ab und gehört vor der Materialwahl geklärt.

Die Kante als Schwachstelle

Die Stufenvorderkante entscheidet darüber, wie lange eine Treppe gut aussieht und wie sicher sie bleibt. Eine stark gerundete Kante verzeiht Anstöße besser, eine schärfere Kante wirkt präziser, nutzt sich aber sichtbarer ab.

In der Instandhaltung ist die Kante auch der Punkt, an dem sich am meisten retten lässt. Eine abgelaufene Kante kann nachgearbeitet werden, solange genug Material vorhanden ist, und das verlängert die Nutzungsdauer einer Treppe erheblich.

Was bei der Planung festgelegt wird

Vor der Ausführung klären wir, wie viele Menschen die Treppe täglich nutzen, ob sie von außen direkt erreichbar ist und ob Lasten darüber transportiert werden. Aus diesen drei Angaben ergeben sich Materialstärke, Holzart und Oberflächenaufbau.

Genauso wichtig ist die Frage, wie später gereinigt wird. Nasse Reinigung mit viel Wasser und aggressiven Mitteln greift jede Holzoberfläche an. Wenn das Reinigungskonzept bekannt ist, lässt sich die Oberfläche darauf abstimmen, statt sie nach zwei Jahren zu erneuern.

Belastung durch Transporte

Neben der reinen Zahl der Begehungen wirkt im Objekt eine zweite Belastung auf die Treppe: der Transport von Lasten. Umzugskartons, Getränkekisten, Technik und Möbel werden über dieselbe Lauflinie getragen, und dabei entstehen punktuelle Belastungen, die beim Gehen nicht auftreten.

Besonders betroffen sind die Stufenvorderkanten und die Wangenoberkante, weil dort beim Abstellen und beim Wenden aufgesetzt wird. Eine Treppe, über die regelmäßig Lasten laufen, braucht deshalb robustere Kanten als eine, die nur begangen wird.

Wenn im Gebäude regelmäßig Material transportiert wird, klären wir das vorab. Es beeinflusst die Materialstärke, die Kantenausbildung und gelegentlich auch die Entscheidung, ob ein zusätzlicher Kantenschutz sinnvoll ist.

Ein weiterer Punkt ist der Übergang zwischen Treppe und Bodenbelag. An der Austrittsstufe treffen zwei Materialien aufeinander, die sich unterschiedlich verhalten, und genau dort sammelt sich Schmutz. Eine saubere, dichte Ausbildung dieser Fuge spart im Betrieb mehr Aufwand, als ihre Planung kostet.

Dasselbe gilt für den Antritt. Wird die Treppe direkt aus einem Eingangsbereich betreten, trägt jeder Schuh Sand auf die erste Stufe. Eine ausreichend dimensionierte Sauberlaufzone davor ist die wirksamste Einzelmaßnahme gegen Verschleiß, die sich an einer Objekttreppe treffen lässt.

Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Objekttreppe.

Heller Treppenlauf im Gewerbebau

Kurz zusammengefasst

Was Nutzung in Zahlen bedeutetIn einem Einfamilienhaus wird eine Treppe je nach Grundriss einige Dutzend Mal am Tag begangen.
Wo der Verschleiß zuerst sichtbar wirdZuerst leidet die vordere Hälfte der Trittstufe, und zwar in der Mitte, wo die meisten Menschen auftreten.
Material und OberflächeFür stark genutzte Treppen kommen harte Holzarten in Frage, weil die Oberfläche länger glatt bleibt.

Häufige Fragen

Welche Holzart hält im Objekt am längsten?

Harte Laubhölzer sind im Vorteil. Entscheidend ist aber auch, ob sich die Oberfläche partiell nacharbeiten lässt.

Lack oder Öl im Gewerbeobjekt?

Öl lässt sich stellenweise auffrischen, Lack muss meist im ganzen Lauf erneuert werden. Für stark genutzte Treppen ist das oft das Hauptargument.

Wie lange hält eine Oberfläche im Mehrfamilienhaus?

Das hängt an Begehungszahl und Reinigung. Eine Auffrischung alle paar Jahre ist dort der Normalfall, kein Mangel.

Spielt der Lastentransport eine Rolle?

Ja. Transporte belasten vor allem die Stufenvorderkanten und die Wangenoberkante. Das fließt in Materialstärke und Kantenausbildung ein.

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