Ratgeber · Altbautreppe
Wie eine fertige Treppe ins Haus kommt
Eine Wange ist über vier Meter lang und sperrig. Ob sie in einem Stück durch den Flur passt oder vor Ort gefügt wird, entscheidet sich beim Aufmaß und nicht am Montagetag.
Die Treppe entsteht in der Werkstatt und muss danach ins Haus. Im Neubau ist das selten ein Thema, im Bestand fast immer eines.
Warum der Weg vorher gemessen wird
Beim Aufmaß messen wir nicht nur die Treppe, sondern auch den Weg dorthin. Haustür, Flurbreite, Türen, Kurven und alles, was in halber Höhe im Weg steht.
Die kritischen Punkte
Am häufigsten scheitert es nicht an der Breite, sondern an Kurven. Ein vier Meter langes Teil braucht im Flur Platz zum Schwenken, und der ist an einer Ecke schnell aufgebraucht.
Danach kommen Türzargen, Heizkörper im Flur und Lampen an der Decke. Letztere werden regelmäßig übersehen und sind dann am Montagetag das erste, was abgebaut wird.
Was wir notieren
Türbreiten und -höhen, die engste Stelle im Flur, Kurvenradien und ob eine Parkmöglichkeit nah am Haus liegt. Letzteres klingt nebensächlich und bestimmt doch, wie oft getragen werden muss.
Geliefert oder vor Ort gefügt
Passt alles, kommt die Treppe weitgehend vormontiert. Das ist der schnellere Weg, weil in der Werkstatt unter besseren Bedingungen gearbeitet wird als im Flur.
Passt es nicht, wird in Teilen geliefert und vor Ort zusammengesetzt. Das ist im Bestand der Normalfall und kein Nachteil für die Qualität, nur ein längerer Montagetag.
Im Altbau ist die Frage selten, ob die Treppe passt, sondern wie sie hineinkommt.
Was wir vermeiden, ist die Entscheidung am Montagetag. Wenn vier Leute vor der Haustür stehen und das Teil nicht durchgeht, kostet das einen ganzen Tag.
Was am Montagetag passiert
Zuerst wird der Weg freigeräumt und abgedeckt. Böden bekommen eine Schutzlage, Türzargen werden geschützt, und alles, was im Weg steht, kommt weg.
Danach kommt die alte Treppe raus, falls sie noch steht. Das ist der lauteste Teil des Tages und dauert je nach Bauart ein bis drei Stunden.
Anschließend wird die neue Treppe eingesetzt, ausgerichtet und befestigt. Ausrichten ist der Teil, der Zeit braucht, weil im Bestand nichts im Lot steht.
- Weg freiräumen und abdecken
- Alte Treppe zurückbauen
- Neue Treppe einsetzen und ausrichten
- Befestigen und Anschlüsse herstellen
- Aufräumen und gemeinsamer Durchgang
Was Sie vorbereiten können
Am meisten hilft ein leerer Flur. Schuhe, Garderobe, Bilder an den Wänden und alles, was auf halber Höhe steht, sollte weg sein, bevor wir kommen.
Zweitens eine Parkmöglichkeit nahe am Haus. Wo das nicht geht, sagen Sie es vorher, dann planen wir mehr Zeit ein.
Drittens Haustiere. Türen stehen den ganzen Tag offen, und Katzen nutzen das zuverlässig.
Wenn etwas nicht passt
Das kommt vor, trotz Aufmaß. Meist handelt es sich um Kleinigkeiten, die sich vor Ort lösen lassen, etwa ein Heizkörper, der eine Stunde demontiert wird.
Wenn es größer ist, brechen wir ab und besprechen es, statt eine Lösung zu erzwingen. Eine Treppe, die mit Gewalt eingebaut wurde, sieht man ihr zwanzig Jahre lang an.
Der Zustand der Zugangswege am Montagetag
Ein Transportweg, der beim Aufmaß frei war, ist am Montagetag nicht automatisch wieder frei. Auf Baustellen stehen in Hausfluren und Treppenhäusern häufig Material, Gerüstteile oder Maschinen anderer Gewerke, und im bewohnten Haus kommen Möbel dazu, die beim ersten Termin noch an anderer Stelle standen. Wir halten deshalb nach dem Aufmaß fest, welche Stellen auf dem Weg wirklich eng sind, und melden diese Punkte vor der Montage noch einmal an.
Bei Bauteilen über zwei Metern Länge entscheidet nicht die Breite des Flurs, sondern die Diagonale in den Ecken und auf den Podesten. Eine Wange lässt sich im Flur tragen, muss aber im Treppenauge gedreht werden, und dafür braucht sie Luft nach oben. Ist diese Luft nicht vorhanden, teilen wir das Bauteil in der Werkstatt und fügen es auf der Baustelle, statt es am Montagetag improvisiert zu kürzen.
Ebenso wichtig ist eine belastbare Stellfläche in der Nähe der Einbaustelle. Die Teile einer Treppe werden nicht direkt vom Fahrzeug an ihren Platz gesetzt, sondern erst sortiert, ausgerichtet und vorbereitet. Fehlen dafür zwei bis drei Quadratmeter geschützter Fläche, verlängert sich die Montage deutlich, und das Risiko von Kratzern an fertigen Oberflächen steigt. Ein leergeräumter Raum neben dem Treppenhaus ist der einfachste Beitrag, den die Bauherrschaft zu einem ruhigen Montagetag leisten kann.
Wie wir das in der Ausführung umsetzen, steht auf der Seite Altbautreppe.

Kurz zusammengefasst
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Montage
Für einen Lauf in der Regel ein Tag. Kommt der Rückbau der alten Treppe dazu, sind es meist zwei. Bei mehreren Geschossen entsprechend mehr, wobei wir Lauf für Lauf arbeiten, damit immer ein Weg bleibt.
Muss ich den ganzen Tag anwesend sein
Zu Beginn und am Ende ist es gut, dazwischen nicht nötig. Am Anfang gehen wir den Ablauf durch, am Ende den fertigen Lauf. Dazwischen brauchen wir vor allem Platz.
Wie viel Dreck entsteht
Beim Rückbau der alten Treppe am meisten. Wir arbeiten mit Absaugung und decken ab, ganz staubfrei geht es nicht. Am Ende wird gekehrt und grob gesaugt, die Feinreinigung bleibt bei Ihnen.
Was passiert, wenn der Flur zu eng ist
Dann wird vor Ort gefügt. Das wissen wir nach dem Aufmaß und nicht erst am Montagetag. Der Tag wird dadurch länger, das Ergebnis bleibt dasselbe.
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